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Vom Hero zum Zero

Ein altes asiatisches Sprichwort sagt: „willst du ein Unternehmen ruinieren, dann schenke ihm erst einmal 30 Jahre Erfolg“

Das scheint auch auf persönliche Karrieren anwendbar. In der Wirtschaftspresse lesen wir dazu täglich neue Geschichten. Einst der hochgejubelte Superstar und dann plötzlich der tiefe Fall. Scheinbar ohne Ankündigung. Eben vom Hero zum Zero.

In meinen vielen Jahren in der Industrie habe ich einige Sterne aufglühen und wieder verglühen sehen.  Das Muster dahinter scheint immer das gleiche zu sein. Es passiert auf zwei Ebenen, einer persönlichen und einer strukturellen.  Auf der persönlichen Seite verliert der Erfolgreiche und Hochgejubelte  mehr und mehr den kritischen Blick auf sich und hält sich zunehmend für schlauer und besser, als andere. Er/sie glaubt gerne, dass der Puderzucker, mit dem er überzogen wird, nicht nur Hülle sondern auch Substanz ist. Einher geht das mit weniger bis gar nicht mehr Zuhören, kritische Stimmen abschmettern, andere für dumm erklären und dem Um-sich-Scharen von Jasagern und Schwachen.  Auf der strukturellen Seite kommt hinzu, dass die Kontrollorgane und Vorgesetzten immer weniger hinsehen, wenn Erfolg geliefert wird. Vieles wird lange toleriert und das Meiste wahrscheinlich dank der zu langen Leine tatsächlich nicht gesehen. Je erfolgreicher, desto größer die Freiheiten, desto größer die Anhäufung von Macht in einer Person. Erst wenn es nicht mehr läuft und alles schon massiv in Schieflage ist, geht der Chef, der Aufsichtsrat, der Investor oder die jeweilige Kontrollinstanz wieder nah ran und ins Detail, die Leine wird angezogen. Im schlimmsten Fall der Manager entlassen und sogar haftbar gemacht.

Dann gibt es wieder einen, der vom Hero zum Zero wurde. Einen mehr. Gut für die Presse. Die Presse liebt diese Wirtschaftshelden, sie geben immer eine gute Geschichte ab: im Aufstieg und im Fall.

Wenn Sie aber einer dieser gefeierten Superhelden sind in ihrer Firma oder wenn Sie in einer solchen Firma arbeiten oder sie gar überwachen: Läuten Sie die Alarmglocken! Es gibt kein Heldentum in der Wirtschaft, nur großartige Leader und weniger großartige.

Wer große Verantwortung trägt, hat damit verbunden zuallererst die Verantwortung, sich selbst  kritisch  hinterfragen zu können und Menschen um sich zu scharen, die dabei helfen:  Ein starkes Kontrollgremium, starke Kollegen und starke kritische Mitarbeiter.

Schön, dass ich als Coach meine Kunden auch bei dieser nicht einfachen Aufgabe unterstützen kann.